Mehrere Kommentare…..

…..die mir gestern hier http://diehexe.blog.de/2010/06/08/seit-fast-jahr-8759981/ geschrieben wurden, beschäftigen mich noch heute und haben mich zum Nachdenken angeregt.  
Dazu muss ich meine Gedanken nochmal loswerden…..es hat mir sehr geholfen, vieles (noch) lockerer und (noch) entspannter zu sehen.

In der Liebe ist derjenige stärker, der weniger will.
Er kann sich Zeit lassen, ist nicht in Zugzwang, hat mehr Handlungsspielräume.
Er läuft dem anderen nicht nach, klammert nicht .. und wirkt damit attraktiver.

Der andere Part, der mehr will (mehr Nähe), sitzt dagegen in der Klemme.
Wenn er nicht aktiv wird, passiert nicht viel. Und, wenn er versucht, sich dem anderen zu nähern, um mehr Kontakt zu bekommen, dann kann genau das als Schwäche, als Hinterherlaufen, als Abhängigkeit ausgelegt werden.
Er wird unattraktiver ….. und weniger begehrenswert.

Einer ist immer in der starken Position, da er weniger Gefühl investiert.
Er ist aber in seiner Position nicht glücklich, sondern empfindet Schuldgefühle, da der andere ihn doch mehr liebt und ihm sein eigenes Unvermögen moralisch widerstrebt.
Zum anderen … wieso ist jemand in einer „starken“ Position, der weniger Gefühl investiert?
Was ist stark daran, weniger zu fühlen oder aus Angst/Verklemmtheit oder sonstigen Hemmnissen Gefühle nicht zuzulassen? 
Abhängig, schwach, das mache ich mich selber. Nicht der andere.
Verletzlich zu sein, heißt noch lange nicht Schwäche.
Wenn ich mich bei Verletzlichkeit aber respektlos behandeln lasse, hinterherlaufe, akzeptiere, daß der andere nicht bereit oder fähig ist, meine Bedürfnisse zu erfüllen, mache ich mich schwach.
Stark wird mein Gegenüber deswegen noch nicht in meinen Augen.
Nur ich demütige mich, begebe mich eine Stufe tiefer…
Sich dann aber zu beschweren oder zu klagen, daß der andere einem nicht gibt, was man möchte oder zu behaupten, der andere wäre stärker, weil er ja weniger will – ist Quatsch.
Der andere ist nicht stärker, weil er weniger will, der andere ist stärker, weil ich meine Selbstachtung und Bedürfnisse seinen Wünschen freiwillig unterwerfe. Und das ist nicht das Selbe.
Zu empfinden ist wertneutral und zwingt zu gar nichts.
Ich bin kein Opfer meiner Gefühle und Liebe ist (für mich jedenfalls) ein Wunsch, zu geben, Nähe zu teilen, aber eben nur ein Wunsch.  Der Wunsch, mein Gefühl, macht mich nicht schwach.
Wie ich damit umgehe, was ich mich dadurch tun lasse – das entscheidet, was der Wunsch bedeutet.
Wie sehr ich mich hinein steigere, den erfüllt zu sehen, was ich bereit bin, dafür aufzugeben oder wieviel ich zu akzeptieren bereit bin, weil ich immernoch nicht einsehen will, daß mein Gegenüber mir meine Bedürfnisse nicht erfüllen möchte oder kann, das kann ich ja frei entscheiden.
Ich kann mir z.B. auch sagen: Es tut verdammt weh, diesen Wunsch aufzugeben, nicht so zu leben, aber ich bin kein Sklave meiner Wünsche und kann das Gefühl bejahen…das hängt einzig und allein von mir ab.

So lässt er meine Sehnsüchte (weiter)leben. Wäre er für mich immer noch so reizvoll und so bedeutend, wenn er für mich kein Geheimnis mehr wäre?
Was immer seine Gründe sind, sich so extrem zu distanzieren, sobald ich auf ihn (zu sehr) zugehe, dafür kann es ne Menge Gründe geben.

Wenn ich in mir selbst ruhe, in mir selbst Halt finde,
kann ich Nähe zulassen ohne die Angst, verschlungen zu werden
und Distanz halten ohne die Angst, den anderen zu verlieren.

DAS sollten wir uns beide zu Herzen nehmen!

31 Gedanken zu „Mehrere Kommentare…..

  1. Tja, interessantes Thema…interessante Gedanken.
    Deren richtige Lösungen so unterschiedlich sind, wie die Menschen und die Spannungsverhältnisse untereinander es sind.
    Beschäftigt mich auch grade…

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      • Sind Kompromisse nicht etwas, wo sich zwei einigen?
        Hier geht es doch eher um eine Lösung für dich selbst, wie du mit der Situation umgehen sollst? Du siehst es aber grade als einen Kompromiss für dich selbst, oder?

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        • So wäre es optimal, er kam mir aber etwas entgegen, was ihm schon schwerfiel. Gerade bei ihm weiss ich das sehr zu schätzen.
          In manchen Dingen reagiert er sehr empfindlich, diese Situationen machen mir dann zu schaffen, weil ich seine (überzogenen) Reaktionen darauf nicht nachvollziehen kann.
          Wir haben definitiv ein kleines Kommunikationsproblem, bzw. er mit mir.
          Kurze Erklärungen und/oder Infos und alles würde locker laufen.

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            • Leider sieht er das anders….ich halte manche Infos für wichtig, er sieht es als Rechenschaft ablegen (müssen).
              Ein Teufelskreis….weil wir so immer wieder anecken, was man eigentlich ganz leicht verhindern könnte.

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            • Eben, Kommunikation ist schon schwierig genug in einer „Partnerschaft“. Wenn du aber eine „lockere Beziehung“ hast, in der jeder kommen und gehen kann, wie er mag, dann hält oftmals mindestens einer Kommunikation für überflüssig. Ganz ehrlich, ich kanns verstehen. Und ich kann genau so gut verstehen, wenn man darunter leidet, dass der andere sich nicht mal einen Millimeter öffnet.

              Aber da gilt es eben immer: jeder so wie er kann/mag und jeder zieht genau dort ne Grenze, wo er sie haben muss. Wo keine Grenze, dort kann auch keine Grenze verletzt werden.

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  2. In der Liebe …

    In der Liebe zählt nicht Stärke oder Schwäche. In der Liebe darf jeder schwach und stark sein. In der Liebe gibt man und nimmt man. In der Liebe sorgt man sich um sein Gegenüber, weil man ihn liebt. In der Liebe gibt es keine Spielereien und keine Berechnungen…

    Du bist verliebt und sagst selber, dass er es nicht ist.
    Wenn du genau mit diesen Fakten leben kannst, ist jede Beziehung ok. Er ist ehrlich, scheinbar. Also interpretiere keine Machenschaften hinein, die vielleicht gar nicht dort sind, denn dann verläufst du dich über kurz oder lang doch im Hoffen, Warten und geduldig Sein. Überleben kannst du eine solche Beziehung überhaupt nur, wenn du dein eigenes Leben lebst und ihn nur als kleines Bonbon ansiehst…

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    • In der Liebe ist das auch so, da gebe ich dir recht….nur, wir sind keine „Liebenden“, unsere Situation ist anders.

      Mittlerweile kann ich gut mit den Fakten leben, das war nicht immer so. Er ist ehrlich und deswegen verrenne ich mich auch nicht (mehr) in irgendwelchen Hoffnungen.
      Die hatte ich zugegebenermaßen letztes Jahr mal eine zeitlang. Das ist aber längst abgehakt.
      Ich lebe wieder mein anderes Leben, habe genug um die Ohren, was mich ablenkt, so das er für mich nicht mehr an 1. Stelle steht und mein Leben beherrscht, wie er es mal getan hat.

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      • „In der Liebe ist derjenige stärker, der weniger will.
        Er kann sich Zeit lassen, ist nicht in Zugzwang, hat mehr Handlungsspielräume.
        Er läuft dem anderen nicht nach, klammert nicht .. und wirkt damit attraktiver.“

        Ich hatte das von der Liebe nur geschrieben, weil diese Worte von dir oben standen…. Ich finde, das was du dort beschreibst, hat absolut nichts mit Liebe zu tun, sondern mit Spiel und Berechnung. Darum geht es in der Liebe nicht.

        Ganz offensichtlich seid ihr keine Liebenden, sondern ein Paar, dass ein paar „Dinge“ miteinander teilt. Wenn du es ernst meinst, dass er bei dir nicht an erster Stelle steht, dann kann du damit leben. Wenn du dir genau das nur einredest, dann lebt er dein Leben.

        Aber du machst das schon, ich bin ganz sicher. 😉

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